Maria mit Jesus – Ars Sacra Pekinesis

1930 wurde an der Katholischen Fu Jen Universität in Peking (gegr. 1926) eine Kunstakademie für chinesische Malerei eröffnet. Deren christlicher Geist wurde durch zwei Mentoren gefördert: Bruder Berchmans Brückner SVD, Dozent für europäische Malerei, unterstützte und beriet die jungen chinesischen Maler als engagierter Kenner christlicher Kunst. Der Apostolische Delegat in China, Erzbischof Celso Constantini, verband die kirchliche Mission mit seiner Kunstliebe. Einer der chinesischen Dozenten an der Akademie war der Maler Ch’en Yüan Tu (Chen Yuandu), der nach seiner Taufe 1932 unter dem Namen Lukas Ch’en wirkte. Sein frühestes christliches Bild entstand bereits 1928 und trug den Titel „Madonna auf einem Sessel in chinesischem Zimmer“. 1934 schlug Bruder Berchmans Brückner seinen Studenten vor, ein biblisches Weihnachtsmotiv zu wählen. Wang Su Ta (Wang Suda), Lu Hung Nien (Lu Hongnian) und Hsü Chi Hua (Xu Jihua) folgten seiner Einladung. Zahlreiche Ausstellungen im Rahmen der Missionsarbeit folgten, der europäische Kulturaustausch wurde durch Veröffentlichung von Drucken gefördert und die christliche chinesische Malerei erhielt durch kirchliche Aufträge Zugang ins Innere Chinas und in die Klöster. 1959 existierten ca. 350 Originale mit biblischer Thematik, dazu unzählige Kopien der Bilder. Die Verschmelzung von abendländischer Überlieferung und chinesischer Tradition hat bis heute einen eigentümlichen Reiz.