Tanz der Ahnen

Im Ramen der Ausstellung Tanz der Ahnen. Kunst vom Sepik in Papua-Neuguinea, die Martin-Gropius-Bau, Berlin (18.3. – 14.6.2015), Museum Rietberg, Zürich (10.7. – 4.10.2015) und Musee du quai Branly, Paris (27.10.2015 – 7.2.2015) vorbereitet haben, hat das Museum Haus Völker und Kulturen, Sankt Augustin, fünf Objekte als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Die Ausstellung, die eine Synthese des Kunstgebiets zeigt und wertet die Forschungsreisen auswertet, umfasst 230 Exponate. Von Figuren über Trommeln und Aufhängehaken bis zu Masken verdeutlichen sie die Kreativität und Vielfalt der Gemeinschaften, die entlang des Flusses Sepik leben. Es sind Werke, die durch ihre ästhetische Qualität und Seltenheit ebenso beeindrucken wie durch ihre Vergänglichkeit.

Die Werke faszinieren wegen ihrer überaus reichen Verzierung auf kleinen und großen Gegenständen und durch die Vermischung der in Europa eher getrennten Gattungen (Malerei, Skulptur) des Gestaltens. Die Schnitzwerke vom Sepik repräsentierten eine neue Bildsprache, die schon um 1900 die Aufmerksamkeit von Künstlern der Moderne fand.

[Vorworte, in: P. Peltier, M. Schindlbeck, Chr. Kaufmann (Hg.), Tanz der Ahnen. Kunst vom Sepik in Papua-Neuguinea, Hirmer 2012.]

 

Das Leben am Sepik

Die Taten der Ahnen haben die Welt der Menschen geschaffen, so glauben es die Menschen am Sepik. Ihre Verwandlungen manifestieren sich in der Umwelt und in den kulturellen Zeugnissen. Die Ahnen, so denkt man, haben das breite Flussbecken des Sepik geschaffen, auf dessen Uferdämmen die Häuser stehen.

Von zentraler Bedeutung sind die Tanzplätze vor den Männerhäusern; auf ihnen treten die Ahnenfiguren auf und erinnern an die Taten der mythischen Zeit. Die Tänzer verkörpern mit ihrem reichen Schmuck und ihren farbenprächtigen Maskenfiguren diese Ahnen und glauben, so mit ihnen eins zu werden.